Blog: Schwimmbad – Notizen zur heutigen Gemeinderatssitzung

Heute fand eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, bei der ich einige Notizen zur „Lage“ unseres Schwimmbads gemacht habe. Ich hoffe, ich habe alles richtig im Handy mitgetippt.

Bestandsaufnahme: das Schwimmbad und die Technik dahinter ist baufällig. Das Freibad verliert ca. 100 Kubikmeter Wasser am Tag. Die Besucherzahlen sind relativ gering im Vergleich zu anderen Bädern. Bayrischzell etwa 12.000 Gäste pro Jahr, Fischbachau hat über 40.000 Gäste im Jahr.

Dazu kommen härtere Vorgaben aufgrund eines Urteils, was die Grundrichtung vorgibt, dass der Schwimmbadbetreiber nachweisen muss, dass im Falle eines Unfalls auch durch pflichtbewusste Aufsicht dieser nicht abwendbar gewesen wäre.

Rund 150.000 Euro macht unser Freibad Miese im Jahr. Trotz rund 30.000 Euro Einnahmen.

So wurde heute ein Konzept der Umwandlung von einem „Chlorbad“ in ein Naturfreibad vorgestellt. Eine Variante des Konzeptes sieht vor, die Schwimmfläche annähernd zu erhalten und die „Reinigung“ der von Menschen eingebrachten Keime über ein Wirkungsgefüge zwischen Wasserpflanzen, Phyto- und Zooplankton, durch Umwälzung des Wassers über Pflanzenfilter und durch Pflegemaßnahmen zu erreichen.

Das Konzept des Naturschwimmbads wurde von der überwiegenden Zahl der Anwesenden positiv aufgefasst.

So meinte Gudrun Nopper vom Tourismusverein Bayrischzell, der die Aktion „Rettet unser Schwimmbad“ hervorrief in der anschließenden Diskussion, dass sie positiv überrascht vom Konzept eines Naturbades ist. Eine komplette Schließung des Bades wäre ein großer Fehler, meinte sie.

Weiteres Problem: das Personal.
Es ist erstens schwierig Personal zu finden, welches sich an den Beckenrand stellt, zum anderen ist der Anspruch an die Aufsichtspersonen in öffentlichen Freibädern enorm gestiegen.

Hier würde sich der Bürgermeister und auch Teile des Gemeinderates eine Art Bürgerinitiative wünschen. Zum Beispiel in Form eines „Schwimmbadvereines“, aus dem über Mitgliedsbeiträge der Betrieb finanziell und personell unterstützt werden könnte.

Rund 1 Mio. Euro würde der Umbau kosten, rund 50.000 Euro die Wasserreinigung im Naturbad im Jahr. Darin nicht eingeschlossen die Umbauarbeiten an den jetzigen Schwimmbadgebäuden (wie z.B. Verschluss des Einschwimmkanals der Wärmehalle).

Wasserqualität und Temperatur eines Naturbades:
Ein Naturbad liegt von der Wasserqualität zwischen Badesee und gechlortem Wasser. Sicht auf den Grund des Beckens ist eine feste Bedingung. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer um die 20 Grad, an heißen Tagen um die 26 Grad, wurde von dem Fachmann, der Rede und Antwort stand, auf Nachfrage entgegnet.

Wie geht es weiter?
Bürgermeister Georg Kittenrainer stellte klar, dass niemand das Schwimmbad schließen möchte. Die Gemeinde Bayrischzell möchte nun als ersten Schritt Fördermittel für den Umbau beantragen. Damit würde es vermutlich die Gemeinde mit vielen anderen Kommunen gleich tun, da viele Schwimmbäder in Bayern vor der Schließung stehen und Bayrischzell nicht allein mit dieser Situation ist.

Frühestens sei im Herbst 2020 mit einem Umbau zu rechnen. Festlegen wolle sich aber derzeit niemand.

Ob der Weiterbetrieb des Bads in der jetzigen Form bis zum eventuellen Umbau weitergeht, entscheidet der Versicherer.

 

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