Treffpunkt Bayrischzell

Information des LRA Miesbach am 17.01.2019

So viele Einsatzkräfte wie aktuell hat die Gemeinde Bayrischzell noch nie gesehen: Am Dienstag kamen 600, am Mittwoch 750 und am Donnerstag 900 Helfer von Feuerwehr, THW, BRK, Bereitschaftspolizei und Bundeswehr und schaufelten Dächer ab. Einsatzkräfte aus dem Landkreis und aus ganz Bayern sind vor Ort und helfen.

Zu Beginn des großen Hilfseinsatzes in Bayrischzell mussten ungefähr 400 Häuser von der Dachlast befreit werden. Trotz großer Anstrengung der Einheimischen, der Nachbarschaftshelfer und der örtlichen Feuerwehr ist es nicht möglich, so viele Häuser in Eigenregie zu räumen.

In Bayrischzell liegt mehr Schnee als in manch anderen Gemeinden. Problem ist aber nicht die Schneehöhe, sondern seine Beschaffenheit. Er ist besonders nass und schwer und hat sich auf den Dächern festgefroren. Jedes Haus kann eine gewisse Dachlast aushalten. Wie viel das genau ist, kann man nicht pauschal sagen.

Zur Koordination der Einsatzkräfte wurde vor Ort eine extra „Einsatzleitung Bayrischzell“ eingerichtet. Dort entscheidet der Einsatzleiter nach Beratung mit den Baufachberatern des THW über die Abschaufel-Strategie. Dahinter steckt ein riesiger logistischer Aufwand.

Das THW hat mehrere Baufachberater-Teams aus ganz Süddeutschland zusammengestellt. Sie überprüfen automatisch alle Häuser in Bayrischzell (Hauptort und Weiler). Die Baufachberater teilen Häuser in Gefährdungskategorien ein: 1 bis 3 ist gefährlich, hier muss sofort durch die Einsatzkräfte abgeräumt werden. Bei den Kategorien 4 und 5 besteht keine akute Gefahr. Die Häuser dieser beiden Kategorien werden also auch nicht von den Einsatzkräften abgeräumt.

Die Einsatzleitung hat die Gemeinde in 20 ungefähr gleich große Parzellen eingeteilt. Die Baufachberater-Teams sichten die Häuser dann parzellenweise. Dabei wird pragmatisch vorgegangen: Wenn beispielsweise die ersten Häuser einer Parzelle alle als gefährdet eingestuft werden, gilt das erfahrungsgemäß auch für die nächsten Häuser.

Die Einsatzkräfte können nur gefährdete Dächer abräumen. Mehr ist schlichtweg nicht möglich. Dächer der Kategorien 4 und 5 können auf eigenen Wunsch und eigene Kosten der Hauseigentümer von privaten Dienstleistern freigeräumt werden. Ob Elementarschadensversicherungen greifen, kann direkt bei der Versicherung angefragt werden. Zirka 12 % der bisher begutachteten Häuser sind nicht gefährdet.

Bayrischzeller sollten ihr Haus nur zusätzlich melden, wenn konkrete Gefahr in Verzug ist, wenn also beispielsweise Risse in Wänden oder Balken sichtbar sind oder ungewöhnliche Geräusche hörbar sind. Dann kann das Bürgertelefon Katastrophenschutz des Landratsamtes unter 08025 704 6666 informiert werden. Von dort wird die Meldung an die Einsatzleitung weitergegeben – allerdings nur, wenn wirklich eine konkrete Gefahr besteht. Ob und wann einzelne Häuser abgeschaufelt werden müssen, kann nicht einzeln bekannt gemacht werden. Die Bayrischzeller können aber sicher sein: Hilfe ist vor Ort. Alle Häuser werden überprüft. Wenn notwendig werden die gefährdeten Häuser abgeräumt.

Die Notrufnummern dürfen nicht blockiert werden. Bitte den Notruf nur wählen, wenn wirklich ein Notfall vorliegt.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz und die Einsatzleitung vor Ort bitten die Bayrischzeller darum, Ruhe zu bewahren und die Helfer aus dem Landkreis und aus ganz Bayern ihre wichtige Aufgabe verrichten zu lassen.

Ziel ist es, noch in dieser Woche alle gefährdeten Häuser abzuräumen. Hauseigentümer sollten ihre Gebäude in den nächsten Wochen sicherheitshalber noch einmal von einem Statiker überprüfen lassen, um langfristige Schäden auszuschließen.

Trotz des enormen Aufwands läuft die große Räumaktion bisher reibungslos. Alle Einsatzkräfte geben an Tag 11 dieser Ausnahmesituation noch einmal alles. Es ist eine Belastungsprobe für alle.

Alle aktuellen Informationen gibt es auf www.landkreis-miesbach.de, am Bürgertelefon des Katastrophenschutzes unter 08025 704 6666 oder in der kostenlosen Warn-App „NINA“.

 

Info des LRA Miesbach vom 16.01.19: 

Was passiert aktuell in Bayrischzell?

Während sich die Lage im Gesamt-Landkreis Miesbach zunehmend entspannt, bereitet die Schneelast auf den Dächern in der Gemeinde Bayrischzell weiterhin große Probleme.

Die Einsatzkräfte konzentrieren sich momentan schwerpunktsmäßig auf Bayrischzell. Dort liegt mehr Schnee als in vielen anderen Gemeinden. Er ist extrem schwer und hat sich auf den Dächern festgefroren. Einsatzkräfte berichten, dass der Schnee auf den Dächern „schwer wie Beton“ sei. Am Dienstag waren ungefähr 700 Helfer dort mit Schaufeln beschäftigt. Am Mittwoch sind es 800. Zum Vergleich: In Bayrischzell leben ungefähr 1.600 Menschen.

Zur Koordination der Einsatzkräfte wurde vor Ort eine extra „Einsatzleitung Bayrischzell“ eingerichtet. Dort entscheidet der Einsatzleiter nach Beratung mit den Baufachberatern des THW über die Abschaufel-Strategie.

Dahinter steht ein riesiger logistischer Aufwand: In Bayrischzell stehen ungefähr 800 Häuser. Viel wurde schon privat, in Nachbarschaftshilfe oder von Einsatzkräften in der vergangenen Woche abgeschaufelt. Trotzdem bleiben noch ungefähr 400 (!) Häuser, die von der Dachlast befreit werden müssen. Darunter sind auch Ställe, die besonders schwierig zu evakuieren wären.

Die Einsatzleitung hat die Gemeinde in 20 ungefähr gleich große Parzellen eingeteilt. Mehrere Baufachberater-Teams sichten die Häuser dann parzellenweise. Dabei wird pragmatisch vorgegangen: Wenn beispielsweise die ersten Häuser einer Parzelle alle als gefährdet eingestuft werden, gilt das erfahrungsgemäß auch für die nächsten Häuser.

Anschließend verteilt der Einsatzleiter alle Kräfte auf die Parzellen. So schaufelten Bundeswehr-Soldaten aus Murnau beispielsweise die Dächer am unteren Teil der Schlierseer Straße frei. Das Feuerwehrhilfskontingent aus Dachau war in der Tiroler Straße beschäftigt. Drei der 20 Parzellen sind bereits komplett fertig, acht weitere in Arbeit. Ohne die Hilfe aus ganz Bayern, die wegen des K-Falls anrückte, wäre diese Leistung schlichtweg nicht möglich.

In den engen Straßen im Ortszentrum kann der viele Schnee nicht lagern. Er wird deshalb raus transportiert und von Pistenraupen auf die umliegenden Felder verteilt.

Nicht alle Häuser müssen abgeschaufelt werden: Zirka 12 % der begutachteten Häuser sind nicht gefährdet. Wessen Haus in eine niedrige Gefährdungskategorie eingestuft wurde, muss sich auf eigenen Wunsch nach wie vor selbst um einen privaten Dienstleister kümmern.

Der Wetterbericht sagt Tauwetter voraus. Das könnte den Einsatzkräften entgegen kommen.

Trotz des enormen Aufwands läuft die große Räumaktion bisher reibungslos. Alle Einsatzkräfte geben an Tag 10 dieser Ausnahmesituation noch einmal alles. Ziel ist es, am Donnerstag mit allen Häusern fertig zu werden. Es ist eine Belastungsprobe für alle.

Alle aktuellen Informationen gibt es auf www.landkreis-miesbach.de, am Bürgertelefon des Katastrophenschutzes unter 08025 704 6666 oder in der kostenlosen Warn-App „NINA“.

Wertstoffhof Bayrischzell am 16.01.2019 geschlossen 

Aufgrund der aktuellen Katastrophenlage und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen auf der Bundesstraße muss der Wertstoffhof am Mittwoch, 16.01.2019 geschlossen bleiben. Wir bitten um Verständnis. Weitere Informationen unter www.vivowarngau.de. 

Informationen zum Katastrophenfall 15.01.2019 

Die Einsatzkräfte werden heute und in den nächsten Tagen weiter Dächer vom Schnee befreien. Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt und so der Gemeindebereich nacheinander abgearbeitet. 

Bitte rufen Sie deshalb nur im akuten Notfall bei der Gemeinde, dem Bürgertelefon oder den Notrufnummern an um eine Überlastung zu vermeiden. Rufen Sie keinesfalls bei der Bergwachtbereitschaft Bayrischzell an - dort kann man Ihnen nicht weiterhelfen und sie auch nicht zur Einsatzleitstelle verbinden. Die Nummer ist für Bergwachteinsätze reserviert.

 

Aufgrund der Räumarbeiten kommt es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch Einsatzfahrzeuge und auch Schneeablagerungen auf den innerörtlichen Straßen. Außerdem sind die Parkmöglichkeiten im Ort sehr eingeschränkt. 

Bitte haben Sie dafür Verständnis und machen Sie Ihre täglichen Erledigungen und Einkäufe möglichst ohne Auto.

 

 

Informationen zum Katastrophenfall 14.01.19

Aktuell sind Einsatzkräfte aus ganz Bayern damit beschäftigt, die Dächer der Häuser in Bayrischzell nach und nach zu räumen. 

Allerdings sind die meisten Gebäude nicht akut gefährdet. 

Die Dachräumungen erfolgen deshalb nach Prioritäten, so dass als erstes die besonders gefährdeten Häuser vom Schnee befreit werden und alles der Reihe nach abgearbeitet wird. 

Aufgrund zahlreicher Anrufe sind die Bürgertelefone des Landratsamts Miesbach überlastet und dadurch wird die Einsatzbereitschaft gefährdet. 

Bitte beachten Sie deshalb folgendes: Hausbesitzer sind in erster Linie selbst verpflichtet, für Abhilfe zu sorgen. Das bedeutet, dass sie die Räumung der Dächer vorrangig eigenverantwortlich veranlassen müssen (z.B. durch Beauftragung von Privatfirmen wie Zimmereien oder Spenglereien).

Nicht jedes Haus ist gefährdet. 

Sollten Sie aber z.B. Risse in Decken oder Balken entdecken oder ungewöhnliche Geräusche im Gebäude hören, sollten Sie sicherheitshalber das Gebäude verlassen und die Einsatzkräfte verständigen. Ein Baugutachter-Team des THW wird dann eine Überprüfung des Gebäudes vornehmen und die Einsatzleitung über das weitere Vorgehen entscheiden, sowie entsprechend der Dringlichkeit die Aufträge abarbeiten lassen. 

Das alles kann aufgrund der angespannten Lage unter Umständen mehrere Tage dauern. Bitte verständigen Sie nur im konkreten Notfall bei akuter Gefahr die Einsatzkräfte (Bürgertelefon des Landratsamtes 08025/704-6666 oder Notruf), damit das Meldesystem nicht überlastet und blockiert wird. 

Wenden Sie sich nicht direkt an die örtliche Feuerwehr - Aufträge werden nur von der Einsatzleitung erteilt. Aktuelle Informationen zum Katastrophenfall finden Sie auf der Internetseite des Landratsamts Miesbach unter https://www.landkreis-miesbach.de/Startseite/Katastrophe.php?object=tx,

 

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