95 Meter Fallhöhe, 15 Minuten von Bayrischzell.
Zwischen Bayrischzell und Oberaudorf, mitten im Bergwald, stürzt der Auerbach über zwei Kaskaden 95 Meter tief in eine enge Klamm. Ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz reicht, um hinzukommen. Mehr nicht.
Ich war mit meiner Tochter vor ein paar Jahren zuletzt dort. Ehrlich gesagt komme ich selten hoch, wir haben in Bayrischzell auch einen schönen Wasserfall, und der ist einfacher zu erreichen. Aber wer sowieso in der Gegend ist: Lohnt sich.
Ein Spaziergang, kein Ausflug

Vom Waldparkplatz führt ein breiter Weg leicht bergab am Auerbach entlang. Nach fünf bis zehn Minuten steht man am oberen Wasserfall. Eine massive Steinbrücke, klarer Blick auf die Kaskade, die in die tiefe Gumpe stürzt. Beeindruckend, vor allem weil man das Wasser schon laut donnern hört, bevor man es sieht.
Mir gefällt der untere Wasserfall besser. Der Zugang ist allerdings schmaler, ein Steig mit Stufen führt hinab, und der Steg war bei meinem Besuch leicht rutschig, da muss man aufpassen. Der Weg ist eng. Auf der Brücke selbst ist es dann in Ordnung. (Hinweis: Die Brücke am unteren Fall ist aktuell wegen Baufälligkeit gesperrt.)
Ein schöner, entspannter Spaziergang. Bergwald drumrum, Wasserfall in der Mitte, romantisch im Gesamtbild. Action gibt's hier keine, nur Natur.
Für wen
Ehrlich: Extra von weit her würde ich nicht anfahren. Wer aber in Bayrischzell Urlaub macht oder sowieso zwischen Sudelfeld, Oberaudorf und Wendelstein unterwegs ist, nimmt den Tatzelwurm gern mit. Eine Stunde reicht, inklusive Stehenbleiben, Gucken, Fotografieren.
Passt für Naturliebhaber, Familien mit kleinen Kindern (oberer Wasserfall ist mit geländetauglichem Kinderwagen machbar, unterer nicht), Spaziergänger, die nicht weit laufen wollen. Nicht geeignet für Rollstuhl am unteren Fall. Wer Trubel sucht, ist hier falsch, ich war früh am Vormittag da, es waren kaum Leute unterwegs.
Auch die ZDF-Serie war hier

Der Tatzelwurm gehört zu den Drehorten der ZDF-Serie Frühling. Die abgelegene Lage zwischen Oberaudorf und Bayrischzell, die enge Klamm, das Rauschen, filmisch eine dankbare Kulisse.
Woher der Name kommt
Der Tatzelwurm ist ein Fabelwesen aus alpenländischen Sagen: Kopf wie eine Raubkatze, Unterleib wie eine Schlange. Der Legende nach soll er Pilger auf dem Weg nach Birkenstein angefallen haben. Dass die Sage ausgerechnet hier entstand, überrascht nicht, die Klamm ist so eng, dass man das Wasser donnern hört, bevor man es sieht. Wer früher durch diesen Wald zog und die Geräusche hörte, ohne die Quelle zu sehen, dachte sich vermutlich seinen Teil.
Tief steckt die Sage heute nicht mehr im Ort. Aber der Name blieb, an den Wasserfällen, am Gasthof, an der Straße.
Gut kombinierbar mit
Sudelfeld im Sommer. Auf dem Weg hoch oder zurück. Wandern, Almgebiet, Panoramastraße.
Der Wendelstein. Zahnradbahn aus Brannenburg oder Seilbahn aus Bayrischzell.
Brünnsteinhaus. Vom Waldparkplatz Tatzelwurm startet eine anspruchsvollere Wanderung Richtung Brünnstein, für alle, die nicht nur spazieren wollen.
Einkehr im Feurigen Tatzlwurm. Direkt am Ausgangspunkt. Kann ich empfehlen.
Mein Tipp
Früh kommen. Ich war am Vormittag da und hatte den oberen Wasserfall fast für mich. Wer nachmittags kommt, vor allem an Sommerwochenenden, trifft mehr Leute. Festes Schuhwerk mitbringen, der Weg zum unteren Fall hat Stufen und kann rutschig sein.
Auf der Karte
Beim Laden der Karte werden Daten an OpenStreetMap übertragen.
- 1Tatzelwurm-Wasserfälle
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